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Mit guter Strategieplanung auf die Erfolgsspur

Strategieplanung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind auch für klei­ne Un­ter­neh­men wich­tig. Nur wer sich da­mit be­schäf­tigt, fin­det Ant­wor­ten auf neue Her­aus­for­derungen. Da­bei hel­fen ei­ne SWOT-Ana­ly­se, die auf­merk­sa­me Lek­tü­re vor­han­de­ner Stu­dien so­wie das Mit­wir­ken in Bran­chen­clustern.

Text: Frank Wier­cks


Trump, Brex­it, Dig­i­tal­isierung – viele deutsche Unternehmen müssen derzeit einiges aushal­ten, Konz­erne eben­so wie Mit­tel­ständler und Klein­be­triebe. Ein über­raschend ins Amt gewählter US-Präsi­dent sorgt mit erratis­chen Entschei­dun­gen und Twit­ter-Kom­mentaren für wirtschaftliche Unsicher­heit. Eine Volksab­stim­mung in einem EU-Mit­gliedsstaat führt zu ein­er punk­tuellen poli­tis­chen Läh­mung der Europäis­chen Union. Eine tech­nol­o­gis­che Rev­o­lu­tion kön­nte solide Branchen­führer in kürzester Zeit an den Rand ein­er Exis­ten­zkrise brin­gen. Und mit­ten­drin kleine Unternehmen, die nach ihrem indi­vidu­ellen Weg zu mehr Plan­barkeit und Sta­bil­ität suchen müssen, während um sie herum zunehmend Unsicher­heit herrscht. Wann, wenn nicht jet­zt, wäre der richtige Zeit­punkt, um neben dem sich­er wichti­gen oper­a­tiv­en Geschäft auch Szenar­i­oman­age­ment und Strate­giepla­nung ganz oben auf die Tage­sor­d­nung zu set­zen?

Strategie­pla­nung und Sze­na­rio­ma­na­ge­ment sind wichtig

Szenar­i­oman­age­ment und Strate­giepla­nung sind nicht nur The­men für Großun­ternehmen. Kein Klein­be­trieb ließe sich allein mit Blick auf das Monat­sende führen, weil da Rech­nun­gen fäl­lig sind. De fac­to tut der Fir­menchef das auch nicht. Er küm­mert sich um seine Finanz­pla­nung, oft in enger Zusam­me­nar­beit mit dem Steuer­ber­ater. Dabei geht es um Investi­tio­nen, Kred­ite, Eigenkap­i­tal, Liq­uid­ität oder Rentabil­ität. Er plant mit Blick auf anvisierte Umsätze die Mar­ket­ing- und Ver­trieb­sak­tiv­itäten. Er bezieht in seine Über­legun­gen ein, welch­es Per­son­al er kün­ftig braucht und welche Dien­stleis­ter ihm weit­er­helfen kön­nten. Dafür lässt er Verträge vom Anwalt auf­set­zen. Auch in kleinen Unternehmen gibt es also sehr wohl Pla­nung. Sin­nvoll wäre es, sie zu ergänzen um das, was bei den Großen als Strate­giepla­nung und Szenar­i­oman­age­ment beze­ich­net wird: Die struk­turi­erte Beschäf­ti­gung mit der Frage, was die Zukun­ft brin­gen mag und wie das Unternehmen sich mit­tel- oder langfristig auf­stellen sollte, um nicht unter die Räder abse­hbar­er Verän­derun­gen zu ger­at­en.

Mit Stra­te­gie­pla­nung bes­ser auf Chaos-Brexit reagieren

Zugegeben: Bei Trump hät­ten Szenar­i­oman­age­ment und Strate­giepla­nung wenig geholfen. Kaum vorstell­bar­er Wahlsieg plus ominös­es poli­tis­ches Pro­gramm, wie soll man sich darauf vor­bere­it­en. Jet­zt aber muss man sehen, dass Trump 2020 vier weit­ere Jahre bekom­men kön­nte. Also soll­ten sich Unternehmer fra­gen, wie sich ihre Branche in Deutsch­land wie inter­na­tion­al verän­dert, falls etwa Autokonz­erne im Einkauf der Maxime „Amer­i­ca First“ fol­gen, um im US-Geschäft zu bleiben. Das wirkt sich über Zulief­er­er zu kleinen Her­stellern aus und zu Dien­stleis­tern aus anderen Branchen. Reini­gungsaufträge etwa kön­nten weg­fall­en, wenn deutsche Werke weniger pro­duzieren. Keines­falls dür­fen Unternehmer abse­hbare Verän­derun­gen wie den Brex­it ignori­eren. Viele Fir­menchefs fürcht­en den ungeregel­ten EU-Aus­tritt Großbri­tan­niens, scheinen aber unvor­bere­it­et. Als wäre ein Chaos-Brex­it unvorstell­bar gewe­sen. Tat­säch­lich haben Konz­erne nach dem Ref­er­en­dum sofort Brex­it-Klauseln vere­in­bart, um leichter aus Verträ­gen zu kom­men, falls der Brex­it ein Geschäft unin­ter­es­sant macht. Das hätte in Absprache mit seinem Anwalt jed­er Unternehmer ver­suchen kön­nen.

Infos aus vie­len Quel­len er­leich­tern die Str­ate­gie­planung

Noch wirkungsvoller wären Szenar­i­oman­age­ment und Strate­giepla­nung bei grundle­gen­den tech­nol­o­gis­chen Verän­derun­gen wie der Dig­i­tal­isierung. Auch und ger­ade für kleine und mit­tel­große Betriebe, wie inter­es­sante Beispiele zeigen. Erster Schritt in diese Rich­tung kön­nte sein, sich einen soli­den Überblick über die generelle Rich­tung der Verän­derun­gen zu ver­schaf­fen, etwa mit Branchen­re­ports von Beratern, Branchen­ver­bän­den, Forschung­sein­rich­tun­gen oder in diesem Feld aktiv­en Konz­er­nen. So gibt es etwa die Studie „Der dig­i­tale Sta­tus quo des Handw­erks“. Es gibt den Leit­faden „Social Media für kleine und mit­tlere B2B-Unternehmen“. Es gibt eine Strate­gie der Bun­desregierung zur Förderung von Entwick­lung und Ein­satz der Kün­stlichen Intel­li­genz (KI). Und es gibt branchen­spez­i­fis­che Clus­ter, in denen die Zukun­ft eines Wirtschafts­bere­ichs simuliert wird. Diese und viele weit­ere Infor­ma­tion­squellen kön­nen Unternehmer nutzen, um sich ein Bild über mögliche Entwick­lun­gen zu machen – und daraus eine Strate­gie zur Posi­tion­ierung des eige­nen Unternehmens ableit­en.

SWOT-Analyse ist ein gu­ter Ein­stieg in die Stra­te­gie­planung

Natür­lich müssen kleine Unternehmen dieses The­ma so ange­hen, dass die Zukun­ft ziel­gerichtet und entsprechend ihrer Posi­tion­ierung im Markt simuliert und geplant wird. Das erfordert die richti­gen Tech­niken und oft auch die Hil­fe extern­er Spezial­is­ten. Immer sin­nvoll ist eine soge­nan­nte SWOT-Analyse. Sie arbeit­et Stärken und Schwächen sowie Chan­cen und Risiken her­aus, auf Neudeutsch Strengths, Weak­ness­es, Oppor­tu­ni­ties, Threats. Dazu dienen in der Regel Work­shops mit Fach­leuten, die so eine Ver­anstal­tung mod­erieren und helfen, über den Teller­rand zu schauen. Die Erken­nt­nisse aus solchen Work­shops zur möglichen Mark­ten­twick­lung liefern neue Ein­sicht­en und erle­ichtern das For­mulieren ein­er tragfähi­gen Unternehmensstrate­gie. Weit­ere offene Diskus­sio­nen für einzelne The­men­bere­iche kön­nen dann helfen, Pro­jek­te in jenen Feldern zu starten, wo kün­ftig strate­gis­ch­er agiert wer­den soll, etwa im Mar­ket­ing.

Kleine Un­ter­neh­men fan­gen Im­pul­se von Kon­zer­nen auf

Natür­lich ist Szenar­i­oman­age­ment und Strate­giepla­nung eine Frage der Ressourcen. Große Unternehmen tun sich damit leichter, sie kön­nen weit­er in die Zukun­ft blick­en und aus­ge­feil­tere Strate­gien entwer­fen. Das macht sie bei aus­gewählten The­men zum wertvollen Input­ge­ber für kleinere Betriebe. Die DATEV geht in der Konzept­studie „#EXPEDITIONZUKUNFT“ etwa der Frage nach, wie Verän­derun­gen in Gesellschaft, Poli­tik, Wirtschaft und Tech­nolo­gie die Steuer­ber­atung bee­in­flussen kön­nten. Wer sich schon heute damit beschäftigt, was mögliche Entwick­lun­gen bei Plat­tfor­men, Ökosys­te­men, Automa­tisierung oder Daten­sicher­heit in diesem Bere­ich für Unternehmen bedeuten kön­nten, wird nicht von der Zukun­ft über­rascht. Zu wichti­gen The­men Impulse von großen Vor­re­it­ern und Trend­set­tern aufzunehmen und so die eigene Zukun­ft­s­pla­nung auf eine sichere Basis zu stellen – das dürfte für kleine Unternehmen eine gute strate­gis­che Entschei­dung sein.


Bei Fra­gen sprechen Sie uns gerne an.


Quelle: www.trialog-unternehmerblog.de, Her­aus­ge­ber: DATEV eG, Nürn­berg

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